Multimedia
Aus Fachkompetenzen zu E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Sybille Hambach (Fraunhofer IGD Rostock)
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[bearbeiten] Was ist Multimedia?
Multimedia - das Wort des Jahres 1995 - ist in den letzten Jahren zu einem Schlagwort geworden. Doch wofür steht Multimedia?
In der Literatur finden sich viele Erläuterungen und Erklärungen:
- Multimedia ist die (digitale) Integration von verschiedenen Medien wie Text, Film, Video, Sprache, Graphik, Musik, Fotos, Animationen, wobei der Benutzer auf die einzelnen Medien wahlfrei zugreifen kann.
- Multimedia bezeichnet die Integration unterschiedlicher Informationstypen, wie Text, Graphik, Rasterbild, Bewegtbild (Video), Ton (Audio) zu komplexen Informationseinheiten sowie deren rechnergestützte Erstellung, Bearbeitung, Speicherung, Übertragung und interaktive Darstellung.
- Multimedia ist ein professioneller Hightech-Mix aus hochentwickelter Computer- und Videotechnik.
- Multimedia ist das Kürzel für intelligente Kombinationen aus Bild, Ton und Video und ermöglicht völlig neue Formen der Informationsvermittlung.
Anhand dieser Beispiele wird schon deutlich, dass unter Multimedia scheinbar jeder etwas anderes versteht. Und so ist es dann auch: Es gibt keine einheitliche Definition für den Begriff Multimedia. Je nach Fachgebiet (Informatik, Design, Marketing, Pädagogik, etc.) werden unterschiedliche Ansätze für eine Definition herangezogen.
Die folgende Definition von Multimedia nach Meißner (Quelle: Meißner 1994) betrachtet den Begriff aus Sicht der Erstellung und Kombination von Einzelmedien:
Multimedia ist die Integration unterschiedlicher Gestaltungselemente zu komplexen Informationseinheiten, sowie deren computergestützte Erstellung, Bearbeitung, Speicherung, Übertragung und interaktive Darstellung.
Zu den Gestaltungselementen für Multimedia gehören
- die statischen, diskreten Elemente Text, Bild und Grafik und
- die dynamischen, kontinuierlichen Elemente Animation (bewegte Grafik), Film, Sprache, Klang und Modell.
Auf die einzelnen Gestaltungselemente wird später noch genauer eingegangen. Hier ist zunächst wichtig, das nur die Integration verschiedener Gestaltungselemente wirklich die Bezeichnung Multimedia verdient. Meißner geht davon aus, dass Multimedia immer auch dynamische Gestaltungselemente enthält. Nach dieser Auffassung wäre die Kombination von Text mit Grafik und Bildern noch nicht multimedial. In der Praxis ist es aber so, dass auch die Integration von Text und Bildern als Multimedia bezeichnet wird, sobald sie computergestützt erstellt, bearbeitet, gespeichert, übertragen und interaktiv dargestellt werden.
Multimedia wird bei Meißner durch folgende Charakteristika beschrieben:
- Multimedia ist einfach!
- bequeme und einfache Bedienung, vom Benutzer gewünschte Sprache, Konsistenz der angebotenen Funktionen, Erwartungskonformität, optimaler Einsatz der Gestaltungselemente, Fehlerrobustheit
- Multimedia ist informativ!
- aktuell, inhaltlich konsistent, bedarfsgerechtes Informationsangebot, umfassend, differenziert, modular
- Multimedia ist effektiv!
- individuell steuerbar (Dialog, Geschwindigkeit, Reihenfolge), optimaler Medieneinsatz, Nutzung der Nichtlinearität, Nutzung verschiedener Sinneskanäle für höheren Transfer (Hören, Sehen, eigene Aktivität), schneller Zugang, Kopplung mit anderen Diensten, z.B. Kommunikationsdiensten
- Multimedia ist attraktiv!
- Informationen werden zum Erlebnis (Emotionalisierung von Informationen), Verschmelzung von Information und Unterhaltung (Infotainment, Edutainment), abwechslungsreicher Medieneinsatz
- Multimedia ist mehr als die Summe seiner Bestandteile!
- verbesserte Perzeption durch integrierte Präsentation, verbesserte Perzeption durch Aktion und Interaktion
Im Zusammenhang mit dem Begriff Multimedia werden weitere Begriffe verwendet von denen zumindest drei hier ebenfalls zu erläutern sind:
- Für ein Multimedia-Dokument werden verschiedene statische und/oder dynamische Gestaltungselemente integriert und gemeinsam zur selben Zeit vom Computer dargestellt.
- Unter einer Multimedia-Anwendung versteht man die nicht-lineare Verbindung verschiedener Multimedia-Dokumente durch Links. Dadurch können miteinander im Zusammenhang stehende Informationen auch zusammenhängend erläutert werden.
- Ein Multimedia-System ist die Gesamtheit der Hardware und Software zur Erstellung bzw. Darstellung von Multimedia Anwendungen. Dazu gehören sowohl der Computer mit Ein- und Ausgabegeräten (Bildschirm, Tastatur, Maus, Lautsprecher, Mikrofon, Scanner, etc.) als auch Anwendungsprogramme (Web-Browser, Editoren, Bildverarbeitungsprogramme, Videoschnittsysteme, etc.).
Wie bereits gesagt, die Definition nach Meißner ist nur eine mögliche Definition von Multimedia. Es gibt viele weitere Definitionen und Beschreibungen des Begriffs, die sich je nach Anwendungsgebiet zum Teil erheblich voneinander unterscheiden können.
[bearbeiten] Wie wird Multimedia genutzt?
Es ist unverkennbar. Multimedia hat längst Einzug in unser Leben gehalten. Ob die Präsentation zu einem Referat, das Info-Terminal bei der Bahn, das virtuelle Museum im World Wide Web - überall findet man Multimedia-Präsentationen und Anwendungen.
Es lassen sich im Wesentlichen die folgenden Einsatzbereiche und Anwendungsgebiete unterscheiden:
- Orientieren und Informieren
- elektronische Kataloge, Produkt- und Servicedarstellungen, Firmenpräsentationen, Verkehrsinformationen, Messe- und Besucherführer, Fahrpläne, Nachrichten, etc.
- Lernen und Recherchieren
- elektronische Lexika, Online-Datenbanken, Informationssysteme, Lehr- und Lernmaterial im World Wide Web (Web Based Training, WBT) und auf CD- ROM (Computer Based Training, CBT), etc.
- Unterhalten und spielerisch Lernen
- Spiele, virtuelle Museen und virtuelle Exponate, Lernspiele, etc.
- Präsentieren und Motivieren
- Austellungspräsentationen, Firmenpräsentationen, Produkt- und Servicedarstellungen
- Vermarkten und Verkaufen
- Shopsysteme, Verkaufsförderung, Kundenpräsentationen, Verkäuferbegleitung, etc.
- Entscheidungen unterstützen und evaluieren
- Strategiedarstellungen, Auswertung von Umfragen, Modelle und Simulationen, Marktforschungsanalysen, etc.
All das sind Anwendungsgebiete von Multimedia, also Bereiche in denen multimediale Präsentationen und Anwendungen eingesetzt werden.
Dabei findet man vor allem die folgenden Formen der Umsetzung:
- »Folienpräsentationen«
- Diese Bezeichnung ist eigentlich falsch, da ja die Multimedia-Präsentationen nicht mehr auf Folien sondern mit Hilfe von Monitoren oder Beamern gezeigt werden. Sie funktionieren aber nach dem selben Prinzip: Auf einer »Folie« werden verschiedene Gestaltungselemente integriert und gemeinsam präsentiert. Nach Betrachtung einer Folie wird die nächste Folie der Sequenz gezeigt. Für die Erstellung dieser Präsentationen gibt es neben dem einschlägigen MS Powerpoint auch noch andere Softwareprogramme.
- World Wide Web
- Eines der spannendsten Einsatzgebiete für Multimedia ist das World Wide Web. Text, Bilder und Grafiken, Audio und Video werden durch Links miteinander verknüpft und in einem Web-Browser präsentiert. Animationen, virtuelle Modelle, Simulationen und andere Anwendungen erlauben die benutzergesteuerte Interaktion: das Navigieren in virtuellen Welten, die Suche in Datenbanken, das Durchblättern von Informationssystemen.
- CD-ROM
- Die CD-ROM ist das »traditionelle« Präsentationsmedium für Multimedia- Anwendungen. Sie wird auch heute noch häufig angewendet, wenn die zu präsentierenden Multimedia-Anwendungen sehr umfangreich sind oder viel Speicherplatz benötigen.
- Point of Sale (POS), Point of Information (POI)
- POS und POI findet man zum Beispiel bei Banken und Versicherungen, in großen Kaufhäusern, in Autohäusern, in Museen, auf Messen und Ausstellungen. Die Info-Terminals sind mit einem großen Monitor oder einem Touchscreen ausgestattet. Der zugehörige Computer ist im Terminal, oft gehört auch noch ein Drucker dazu. POS und POI bieten rund um die Uhr multimedial aufbereitete Informationen und Dienstleistungen: Kredit- oder Versicherungsberatung, Produktinformationen, Veranstaltungsinformationen, Lagepläne, etc.
- Handheld, Handy
- Mit UMTS kommt Multimedia nun auch auf Handhelds (Mini-Computer, die so klein sind, dass man sie in der Hand halten kann) und Handys. Wie das aussehen wird, kann den aktuellen Veröffentlichungen, zum Beispiel von der letzten CeBIT entnommen werden.
[bearbeiten] Woran kann Multimedia scheitern?
Es kann für das Scheitern von Multimedia-Produktionen viele Gründe geben. Dabei entscheidet keineswegs das für die Entwicklung zur Verfügung stehende Budget über den Erfolg. Oft sind es trivialere Dinge:
- Ausrichtung in Bezug auf Zielgruppe, Angebot, Gestaltung
- Gedanken über die Ausrichtung sollte man sich schon bei der Planung einer Multimedia-Produktion machen: Welche Zielgruppe soll erreicht werden? Was erwartet diese Zielgruppe vom Multimedia-Produkt? Wie muss die Multimedia- Anwendung gestaltet werden, um die Zielgruppe zu erreichen? Fehler bei der Ausrichtung lassen sich vermeiden durch wohldokumentierte Vorüberlegungen, Diskussionen mit den an der Produktion beteiligten oder einfach durch Befragung der potentiellen Zielgruppe.
- Mängel in der Gestaltung, Mängel in der technischen Umsetzung
- Zur Vermeidung von Mängeln in der Gestaltung oder der technischen Umsetzung braucht man Erfahrung, ein gutes Team und ausreichend Zeit zum Testen. Teure oder die neueste Hard- und Software bewahrt keineswegs vor Fehlern bei der Gestaltung einer Multimedia-Produktion!
- Kosten
- Zu hohe Kosten können ein Grund für das Scheitern von Multimedia- Produktionen sein: hohe Produktionskosten, hohe Kosten für Hard- und Software, hohe Präsentationskosten. Es ist zum Beispiel zu überlegen, ob das neue Autorenprogramm auf dem alten Rechner überhaupt noch läuft, oder ob die Computer der anvisierten Zielgruppe überhaupt mit Lautsprechern ausgestattet sind.
- Marketing
- Man kann die schönste Multimedia-Anwendung erstellt haben - sie wird nicht genutzt, wenn sie die anvisierte Zielgruppe nie erreicht. Deshalb sollte schon vor Produktionsbeginn über das Marketing und/oder den (nicht notwendigerweise kostenpflichtigen) Vertrieb nachgedacht werden.
[bearbeiten] Ein Strukturmodell für Multimedia
Die verschiedenen Gestaltungselemente einer Multimedia-Anwendung stehen zueinander in Beziehung. Man unterscheidet drei Relationen:
- die räumliche Relation
- Ein Objekt befindet sich über, unter, neben, vor, hinter einem anderen Objekt.
- die zeitliche Relation
- Ein Objekt wird vor, nach oder gleichzeitig mit einem anderen Objekt dargestellt.
- die inhaltliche Relation
- Die verschiedenen Objekte einer Multimedia-Anwendung stehen in semantischer Beziehung zueinander, sie beziehen sich aufeinander.
Zusätzlich zu diesen Relationen kann man die Ebenen Medium, Dokument und Anwendung unterscheiden, in denen die Relationen auftreten. Aber das Ganze ist anhand von Beispielen sicher besser verständlich.
[bearbeiten] Die räumliche Relation
Die räumliche Relation von Objekten zueinander äußert sich im Layout an der Benutzerschnittstelle. Meist handelt es sich dabei um Anordnungen im zweidimensionalen Raum: Ein Objekt steht neben, über, unter einem anderen. Bei fotorealistischen Darstellungen (Fotos oder mit dem Computer erzeugte Bilder), Filmen oder virtuellen Welten werden die Objekte im dreidimensionalen Raum angeordnet: Ein Objekt steht vor oder hinter einem anderen, die Objekte verdecken sich, Objekte sind durch andere (durchscheinende) Objekte hindurch sichtbar.
Auf Ebene des Mediums bestehen die räumlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilen ein und desselben Gestaltungselementes:
- In einem Text haben die einzelnen Wörter einen großen oder kleinen Abstand zueinander.
- In einem Bild steht eine Person dicht neben einem Fahrrad oder dahinter.
- Eine Infografik zeigt die Entwicklung der Pleiten in der Bauindustrie vor dem Hintergrund einer Maurerkelle.
Was bei der Gestaltung von räumlichen Beziehungen auf Ebene des Mediums zu beachten ist, wird in den Abschnitten zur Gestaltung von Medien detailliert erläutert.
Auf Ebene des Multimedia-Dokumentes bestehen räumliche Beziehungen zwischen verschiedenen, gleichzeitig präsentierten Gestaltungselementen:
- Der Text einer Bildunterschrift wird dicht unter dem Bild dargestellt.
- Eine Animation zur Darstellung der Wolkenbewegungen bei Entstehung eines Gewitters ist neben der Beschreibung des Prozesses dargestellt.
- Ein Text steht vor einem Hintergrundbild oder überdeckt dieses teilweise.
Auf die Gestaltung der räumlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Elementen eines Dokumentes wird in den Erläuterungen zum Screendesign genauer eingegangen.
Auf Ebene der Multimedia-Anwendung findet man räumliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Dokumenten der Anwendung:
- Wenn beim Anklicken eines Begriffes ein neues Fenster mit der Erläuterung für diesen Begriff neben dem Mauszeiger dargestellt wird, sind Anker (der Begriff) und Ziel (die Erläuterung) des Links durch räumliche Nähe zueinander in Beziehung gesetzt.
Die Abschnitte zum Navigationsdesign gehen detaillierter auf die Gestaltung der räumlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Multimedia-Dokumenten ein.
Durch Gestaltung der räumlichen Beziehungen von Objekten auf den verschiedenen Ebenen kann die Wahrnehmung der einzelnen Objekte und Ihrer Gesamtheit bewusst oder unbewusst beeinflusst werden. Die Grundlagen für die Wahrnehmung von räumlichen Beziehungen sind in den Gestaltgesetzen formuliert.
[bearbeiten] Die zeitliche Relation
Genau wie es räumliche Beziehungen gibt, bestehen zwischen den verschiedenen Teilen einer Multimedia-Anwendung auch zeitliche Relationen. So können Elemente gleichzeitig, nacheinander oder zeitlich aufeinander abgestimmt dargestellt werden. Die Festlegung der zeitlichen Abfolge wird als Synchronisation bezeichnet.
Auf Ebene des Mediums treten bei dynamischen Gestaltungselementen zeitliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Bestandteilen auf:
- In einem Film mit einem Interview wird der Ton zeitsynchron zur Lippenbewegung der Interviewpartner abgespielt.
- Bei einer Animation wird zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Bildelement farblich hervorgehoben, um einen Sachverhalt zu verdeutlichen.
Auf Ebene des Multimedia-Dokumentes treten verschiedene Gestaltungselemente zueinander in zeitliche Beziehungen:
- Es soll ein bestimmter Klang genau in dem Moment ertönen, zu dem ein Text angezeigt wird.
- Beim Anzeigen einer Grafik soll ein Text gesprochen werden, um die grafische Darstellung zu erläutern.
Auf Ebene der Multimedia-Anwendung findet man zeitliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Multimedia-Dokumenten der Anwendung:
- Ein neues Dokument soll geladen werden, nachdem ein Film bis zum Ende gezeigt wurde.
- Das nächste Dokument soll angezeigt werden, nachdem ein Dokument genau 30 Sekunden zu sehen war.
- Wenn bei Darstellung eines Dokumentes zwei Minuten keine Benutzereingaben erfolgen, soll die Multimedia-Anwendung automatisch von vorn beginnen.
Das Ziel bei der Erstellung einer Multimedia-Anwendung besteht in der Einhaltung der vorgegebenen oder der beabsichtigten zeitlichen Beziehungen auf allen Ebenen. Man erreicht es mit Hilfe geeigneter Software für die Medienerstellung, wie zum Beispiel Videoschnittsysteme oder Animationssoftware, durch den Einsatz von Autorensystemen, wie zum Beispiel dem auf Zeitachsen basierenden Macromedia Director, oder durch geeignete Autorensprachen, wie zum Beispiel SMIL.
Für weitere Ausführungen zur zeitlichen Synchronisation von Medien wird auf Steinmetz 1993, auf Fluckiger 1996, auf Jarz 1996 und auf weitere einschlägige Veröffentlichungen in Büchern bzw. im World Wide Web verwiesen.
[bearbeiten] Die inhaltliche Relation
Dass zwischen den verschiedenen Teilen einer Multimedia-Anwendung eine inhaltliche Beziehung besteht, versteht sich eigentlich von selbst. Es erscheint wenig sinnvoll, voneinander inhaltlich unabhängige Teile in ein und derselben Multimedia-Präsentation oder Anwendung zusammenzufassen.
Auf Ebene des Mediums bestehen inhaltliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilen des Mediums:
- In einem Text kann man sich auf andere Teile des Textes beziehen, zum Beispiel durch Formulierungen wie »Wie oben bereits erläutert wurde«, »Wie später noch ausführlich dargestellt wird.«, etc.
- Teile einer Grafik stehen in inhaltlicher Beziehung zu anderen Teilen derselben Grafik.
Zu beachten ist, dass die Veränderung eines Teils des Mediums sich bei solchen Bezügen auf andere Teile des Mediums auswirkt. Bei einem Verweis auf oben bereits erläutertes, sollte der Sachverhalt dort auch wirklich erläutert worden sein.
Auf Ebene des Multimedia-Dokumentes bestehen inhaltliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Medien:
- Ein Sachverhalt wird mit sich ergänzenden Medien dargestellt, zum Beispiel wird eine Grafik und ein die Grafik erläuternder Text angezeigt.
- Die Darstellung eines Sachverhaltes wird mit Hilfe unterschiedlicher Medien vorgenommen (Multicodierung), zum Beispiel wird ein Text angezeigt und zur selben Zeit vorgelesen.
- Es werden verschiedene Aspekte eines Sachverhalts mit unterschiedlichen Medien präsentiert, zum Beispiel wird eine abstrakte Beschreibung durch ein im Bild dargestelltes Beispiel veranschaulicht.
Auf Ebene der Multimedia-Anwendung bestehen inhaltliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Multimedia-Dokumenten:
- Ein Wort eines Textes ist durch einen Link mit der Erläuterung zum Wort verknüpft oder die Erläuterung eines Beispiels ist durch einen Link mit dem Beispiel selbst verbunden.
- Ein Link verweist aus einer Anwendung auf eine externe Seite im World Wide Web, die den in der Anwendung dargestellten Sachverhalt erläutert oder weiter vertieft.
Man unterscheidet Links in dieselbe Anwendung und Links in andere Anwendungen. Die Veränderung eines Dokumentes einer Anwendung kann sich auf andere Dokumente in derselben Anwendung auswirken, wenn die Dokumente einen engen inhaltlichen Bezug zueinander haben. Die Veränderung von Dokumenten außerhalb der eigenen Anwendung, zum Beispiel von verlinkten Dokumenten im World Wide Web, ist nicht zu beeinflussen.
Bei der Erstellung einer Multimedia-Präsentation oder Anwendung ist auf Konsistenz auf allen Ebenen zu achten. Während der Erstellung der Anwendung muss die Sicherung der Konsistenz durch das Projektmanagement übernommen werden. Sie ist abschließend durch umfangreiche Tests nochmals zu bestätigen.
