Gewichtungsverfahren

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Bei der Auswahl technischer Systeme anhand einer kriterienbasierten Evaluation sollten Gewichtungsverfahren eingesetzt werden. Durch Gewichtung wird die relative Wertigkeit von Beurteilungskriterien zueinander festgelegt.

[bearbeiten] Numerische Gewichtung und Summierung

  • Zuerst werden die einzelnen Kriterien in ihrer relativen Wertigkeit zueinander, z.B. an Hand einer Skala, eingeschätzt (gewichtet).
  • Anschließend wird die Leistung des zu untersuchenden Systems in den einzelnen Kriterien eingeschätzt (rating).
  • Das Produkt von Leistungsbewertung und Gewicht (Leistungspunkte x Gewichtung) wird berechnet und für jedes einzelne zu untersuchende System summiert.
  • Es ergibt sich für jedes untersuchte System eine einzige Zahl, die den relativen Rang des jeweiligen Systems bestimmt. Sieger ist das System mit der größten Punktezahl.

Die numerische Gewichtung ist leicht verständlich, einfach erlernbar und führt zu einem eindeutigen Ergebnis, hat aber auch den entscheidenden Nachteil, dass die Wertigkeit eines jeden Systems nur über eine einzige Zahl ausgedrückt wird. Die Information, wie es zu dieser Zahl gekommen ist, geht in einer vergleichenden Übersicht verloren. So kann es passieren, dass entweder einige wichtige Kriterien durch viele relativ unwichtige Kriterien in der Bewertung unterdrückt werden, oder aber nur einige wenige Kriterien das gesamte Endergebnis bestimmen.

[bearbeiten] Qualitative Gewichtung und Summierung

  • Zunächst wird den einzelnen Dimensionen eines der fünf Gewichte
    • E (KO Kriterium, essential),
    • (Sehr wichtig, very valuable),
    • # (wichtig, valuable),
    • + (bedingt wichtig, marginally valuable),
    • 0 (unwichtig, Zero)

zugesprochen.

  • Die Dimensionen mit Zuordnung des Gewichts 0 werden gestrichen.
  • Die untersuchten Systeme, die KO Kriterien nicht erfüllen, scheiden aus.
  • Untersuchung der Systeme an Hand der Kriterien, wobei max. der Wert zugeordnet werden kann, der dem jeweiligen Kriterium als Gewicht zugeordnet wurde, d.h. ein System kann bezüglich eines Kriteriums mit der Gewichtung * einen Wert zwischen 0 und * zugeordnet bekommen.
  • Summierung der Dimensionen, die mit der gleichen Gewichtung behaftet sind. Ergebnis sind 3 Zahlenwerte pro untersuchtes System, nämlich die Anzahl erreichter Bewertungen für *, # und +.
  • Paarweiser Vergleich, um Rangfolge festzulegen.

Nachteilig an diesem Gewichtungsverfahren ist seine Komplexität sowie das Fehlen eines definitiven Entscheidungsalgorithmuses. Die Entscheidung zwischen konkreten Systemen fällt hier mitunter erst durch paarweisen Vergleich.

[bearbeiten] Literatur

  • Michael Scriven: Introduction: The Nature of Evaluation, in: Evaluation Thesaurus, ed. M. Scriven, 4th ed. Newbury Park: SAGE. 1-43. 1991
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